
Rechtsextremismus im Verein wirksam begegnen: Tipps für Engagierte
Rechtsextreme Parolen im Vereinsheim, abwertende Sprüche…
Was hat ein Repair-Café mit globaler Nachhaltigkeit zu tun? Mehr, als man vielleicht denkt. Echte Veränderung beginnt häufig in Vereinen, Initiativen und Nachbarschaften. Bei der ersten Nachhaltigkeitskonferenz im Kreis Plön wurde deutlich, wie freiwilliges Engagement dazu beiträgt, große Ziele ganz konkret vor Ort umzusetzen.
19.03.2026
Was hat ein Repair-Café mit globaler Nachhaltigkeitspolitik zu tun? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel. Wenn über Nachhaltigkeit gesprochen wird, denken viele eher an internationale Klimakonferenze große politische Programme oder komplizierte CO₂-Bilanzen. Doch wer bei der Nachhaltigkeitskonferenz des Kreises Plön zuhört, merkt schnell: Die eigentlichen Veränderungen beginnen oft ganz woanders, nämlich im Alltag der Menschen, in Vereinen, Initiativen und Nachbarschaften. Dort, wo Menschen beschließen, Dinge einfach anders zu machen.
Die Herausforderungen unserer Zeit sind groß. Die Klimakrise schreitet voran, natürliche Ressourcen werden knapper und soziale Ungleichheiten wachsen. Nachhaltigkeit ist deshalb längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr. Sie ist eine Aufgabe der Gegenwart. Und sie lässt sich nicht allein durch politische Programme oder internationale Abkommen lösen. Sie braucht Menschen, die vor Ort handeln, Menschen, die sich freiwillig engagieren.
Nicht ohne Grund haben die Vereinten Nationen das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr des Ehrenamts erklärt. Weltweit soll damit die Arbeit von Millionen Freiwilligen gewürdigt werden, die jeden Tag dazu beitragen, nachhaltige Entwicklung Wirklichkeit werden zu lassen.
Das Ehrenamt ist ein wichtiger Hebel für die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Denn Nachhaltigkeit entsteht nicht nur auf internationalen Gipfeltreffen. Sie entsteht auch im direkten Lebensumfeld – dort, wo Menschen gemeinsam Lösungen ausprobieren.
Im Kreis Plön gibt es dafür viele Beispiele:
Oft sehen wir nur die Ergebnisse: Bildungsangebote, Kulturveranstaltungen, Sportvereine, soziale Treffpunkte oder Projekte im Umweltschutz. Dass dahinter viele Stunden freiwilliger Arbeit stehen, wird leicht übersehen.
Was viele dieser Initiativen verbindet, ist nicht unbedingt eine ausgearbeitete Nachhaltigkeitsstrategie. Viel wichtiger ist eine gemeinsame Haltung: Probleme werden wahrgenommen – und angegangen. Ehrenamtliche warten selten auf perfekte Bedingungen. Sie probieren aus, was funktionieren könnte. Sie testen Ideen im Kleinen, passen sie an und vernetzen sich mit anderen. Nachhaltigkeit entsteht hier nicht als fertiger Plan, sondern Schritt für Schritt. Gerade darin liegt eine besondere Stärke des Ehrenamts: Es hat Handlungsspielraum. Große Ziele werden in konkrete Handlungen übersetzt: Ehrenamt ist Nachhaltigkeit in der Praxis.
Freiwilliges Engagement wirkt oft auch wie ein Seismograf für gesellschaftliche Veränderungen. Engagierte Menschen merken früh, wo Angebote fehlen, wo Einsamkeit zunimmt oder wo ökologische Themen viele Menschen bewegen. Häufig reagieren Initiativen schon, bevor neue Programme oder Verwaltungsstrukturen entstehen. Ehrenamtliche setzen also nicht nur Ideen um, sie geben auch wichtige Impulse für gesellschaftliche Entwicklungen.
Allerdings funktioniert dieses Zusammenspiel nicht automatisch. Ehrenamt braucht Unterstützung: Orte der Koordination, verlässliche Finanzierung und politische Anerkennung. Zugleich spüren viele Organisationen derzeit neue Herausforderungen. Initiativen, die sich etwa für Klimaschutz, Demokratie oder Geflüchtete einsetzen, erleben häufiger öffentliche Kritik oder Anfeindungen. Auch der Alltag vieler Menschen wird immer voller. Wer mehrere Jobs hat, Angehörige pflegt oder finanziell stark belastet ist, hat weniger Zeit für freiwilliges Engagement. Damit wird Nachhaltigkeit auch zu einer sozialen Frage: Wer hat überhaupt die Zeit und die Möglichkeiten, sich zu engagieren?
Wenn wir Nachhaltigkeit wirklich ernst nehmen, reicht es deshalb nicht, nur über Klimaziele oder Förderprogramme zu sprechen. Wir müssen auch darüber nachdenken, wie freiwilliges Engagement gestärkt werden kann. Nicht als schmückendes Beiwerk. Sondern als zentraler Bestandteil einer nachhaltigen Gesellschaft.
Damit dieses Engagement seine volle Kraft entfalten kann, braucht es verlässliche Unterstützung: klare Zuständigkeiten, finanzielle Absicherung, gute Rahmenbedingungen und echte Wertschätzung. Dazu gehören unter anderem die Übernahme von Kosten, Versicherungsschutz, bessere Vernetzung, professionelle Kommunikation sowie konkrete Anreize für Engagierte. Besonders wichtig ist es, junge Menschen zu erreichen und für freiwilliges Engagement zu begeistern.
Nachhaltigkeit gelingt nur im Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Wenn der Kreis Plön diese Basis stärkt, kann aus vielen einzelnen Initiativen eine gemeinsame Bewegung entstehen: sichtbar, wirksam und nachhaltig.
Charlotte Reimann, Leiterin Freiwilligenzentrum im Kreis Plön

Rechtsextreme Parolen im Vereinsheim, abwertende Sprüche…

Was passiert, wenn rund 50 engagierte Menschen aus…

Am 12. November 2025 trafen sich rund 36 Engagierte…