
Netzwerk für aktive Demokratie im Kreis Plön trifft sich bei den Honey Lake Sessions 2026
Nach dem gelungenen Auftakt im vergangenen Jahr kam…
Sechs Gäste aus dem estnischen Partnerverband Lääne-Viru besuchten am 8. Juli 2026 das Freiwilligenzentrum im Haus der Diakonie in Preetz. Im Mittelpunkt standen die Zukunft des Ehrenamts, die Rolle von Freiwilligenagenturen in Krisenzeiten und neue Perspektiven für die internationale Zusammenarbeit.
08.07.26
Im Rahmen der 37-jährigen Partnerschaft zwischen dem Kreis Plön und dem estnischen Gemeindeverband Lääne-Viru besuchte eine Delegation aus Estland das Freiwilligenzentrum im Haus der Diakonie in Preetz. Gegenseitige Besuche ermöglichen es Angehörigen von Verwaltung und Politik, Einrichtungen im Partnerland kennenzulernen und Möglichkeiten für künftige Kooperationen auszuloten.
Mit dabei waren Frau Triin Varek (Bürgermeisterin der Stadt Rakvere), Herr Einar Vallbaum (Gemeinde Viru-Nigula), Herr Siim Umerov (Gemeinde Kadrina), Herr Maido Nõlvak (Vorsitz Gemeindeverband, Rakvere Rural Municipality), Frau Krõõt Nõmmela-Mehide (Verwaltung, Educational specialist) und Liisa Lotta Mumm (Verwaltung, Consultant NGO).
Charlotte Reimann, Leiterin des Freiwilligenzentrums, stellte den Gästen die aktuelle Entwicklungen im Bereich freiwilliges Engagement in Deutschland, Schleswig-Holstein und dem Kreis Plön vor und sprach über die schwierige Fördersituation, da die Unterstützung von Engagement zu den freiwilligen Leistungen der Kommunen gehört und zunehmend unter finanziellen Druck gerät.
Auch Themen wie Nachwuchsgewinnung, Generationenwechsel, der Zugang zu freiwilligem Engagement sowie die zunehmende Verbreitung rechtsextremer Anti-NGO-Narrative wurden intensiv diskutiert. Dabei zeigte sich schnell, dass viele dieser Herausforderungen sowohl in Deutschland als auch in Estland bestehen.
Ein weiteres Gesprächsthema war die Bedeutung von Freiwilligenagenturen bei der Bewältigung von Krisen und Katastrophen und die Frage, wie ehrenamtliche Unterstützung im Ernstfall schnell koordiniert werden kann. Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie und bei der Unterstützung von Geflüchteten haben gezeigt, wie wichtig gut vernetzte Anlaufstellen dafür sind. Nicole Heyck vom Kreis Plön berichtete über die aktuelle Entwicklung des Katastrophenschutzes im Kreisgebiet. Bei der der Führung durch das Haus wies ein estnischer Kollege darauf hin, dass das zentral gelegene Haus im Katastrophenfall eine wichtige Anlaufstelle für die Bevölkerung sein könnte.
Die Gäste erhielten von Petra Rink, Bereichsleiterin für das Thema Daseinsvorsorge, Einblicke in die Beratungs- und Begegnungsangebote des Hauses, darunter die Praxis ohne Grenzen und das Café Duft. Ein Team aus Freiwilligen ermöglicht Menschen, unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten sich im geselligen Rahmen im öffentlichen Raum zu treffen. Gleichzeitig wurde darüber gesprochen, wie künftig auch jüngere Menschen stärker für dieses Angebot gewonnen werden können. Denn gerade auch jüngere Menschen sind von Einsamkeit betroffen.
Begleitet wurde der Besuch auch von Martin Drees, Kreistagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen. Er regte an, dass Kreistagsabgeordnete künftig häufiger Einrichtungen und Projekte im Kreisgebiet besuchen sollten, um die Arbeit vor Ort besser kennenzulernen und direkte Einblicke in die Herausforderungen und Erfolge der Träger zu erhalten.
Bei selbstgebackener Schoko-Karamell-Tarte und frischem Obstkuchen, serviert von den Ehrenamtlichen des Café Duft, klang der Besuch in angenehmer Atmosphäre aus. Neben vielen interessanten Gesprächen wurden wertvolle Kontakte geknüpft. Die Beteiligten hoffen, daraus künftig auch gemeinsame internationale Projekte im Bereich der Engagement- und NGO-Förderung entwickeln zu können.
Das Freiwilligenzentrum bedankt sich herzlich für den Besuch und freut sich auf den weiteren Austausch – gern bei einem Gegenbesuch in Estland.

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Copyright Bilder: Nils Tonn