
Sandra Sabrowsky: Ich bin Präsidentin des Vereins AngolaVerstehen - CompreendoAngola e.V.
"Mit dem Verein bauen wir eine Brücke zwischen Angola…
"Den Gib-und-Nimm-Schrank nutzen durchschnittlich bis 100 bis 150 Menschen pro Tag - darunter auch Flüchtlinge, die im Grunde mit nichts kamen und hier Geschirr, Spielzeug, Weihnachtsdeko oder andere Dinge finden. Es ist schön, zu sehen, dass wir Gutes tun können."
In unserer Interview-Reihe beantworten Menschen aus dem Kreis Plön die Frage, warum sie sich ehrenamtlich engagieren. Diese Beiträge machen das vielfältige Engagement im Kreis sichtbar und ermöglichen Einblicke in verschiedene Ehrenamtsfelder. Unser Ziel ist es, Menschen zu inspirieren, die sich ebenfalls ehrenamtlich engagieren möchten.
Der Gib-und-Nimm-Schrank in unserem Vorgarten in Preetz in der Wilhelm-Raabe-Straße 104 ist unser Projekt. Dort kann jeder Dinge hineinlegen, die er nicht (mehr) braucht, Andere vielleicht schon. Jeder kann aus dem Schrank mitnehmen, was er selbst haben möchte. Ohne Geld. Ohne Tauschzwang.
Wir, das sind ich und mein Lebenspartner, wollen damit etwas für Nachhaltigkeit und gegen die Wegwerfgesellschaft tun. Unser ökologischer Fußabdruck ist uns wichtig, auch für unsere Kinder. Zudem steckt dahinter ein sozialer Gedanke. Der Gib-und-Nimm-Schrank ist ein niedrigschwelliges Angebot: Schönes und Nützliches für alle, jedem jederzeit zugänglich, auch bei knappem Geldbeutel.
Wir sortieren Gegenstände ein, aus und um, halten den Schrank in Ordnung, reparieren und renovieren ihn. Wir kontrollieren, ob die Regeln eingehalten werden (z.B. keine gebrannten CDs), bringen Dinge wieder in Schuss, verteilen weiter im Rahmen von Spendenaktionen (z.B. für Obdachlose, Flutopfer, Weihnachtspäckchen-Aktionen) und an Sozialkaufhäuser. Wir kommen viel mit den Nutzern ins Gespräch und können über unsere Netzwerke oft direkt vermitteln (z.B. Möbel) oder helfen.
Den Gib-Nimm-Schrank kennt inzwischen fast jeder in Preetz, wird uns gesagt. Das ist ein großer Erfolg. Viele Menschen erfreuen sich an dem Schrank. Inzwischen nutzen ihn durchschnittlich bis 100 bis 150 Menschen pro Tag - darunter auch Flüchtlinge, die im Grunde mit nichts kamen und hier Geschirr, Spielzeug, Weihnachtsdeko oder andere Dinge finden. Es ist schön, zu sehen, dass wir Gutes tun können.
Der Gib-Nimm-Schrank platzt oft aus allen Nähten. Wir kommen nur gegen die Menge an Dingen an, indem wir auch anderweitig verteilen. Nun sammeln wir Spenden für ein größeres, wetterfestes Gib- und Nimm-Haus. Ein Gartenhaus oder Ähnliches schwebt uns vor, je nachdem, wie viel Geld zusammenkommt. Mehr dazu unter: https://www.betterplace.me/gib-nimm-schrank
Wenn wir uns vergrößern, brauchen wir Unterstützung verschiedenster Art - beim Streichen und Einrichten des Häuschens, auf Dauer beim Sortieren und Ordnen, reparieren etc. Auch wenn jemand gelegentlich ein paar Textilien durchwäscht oder heil näht, würde das helfen. Wir investieren mitunter 20, 25 Stunden pro Woche und stoßen deutlich an unsere Grenzen.
Hans Eimannsberger von der PreBEG zu seinem Nahwärmeprojekt, das er ehrenamtlich mit viel Aufwand und Engagement über Jahre voran gebracht hat
Auf Instagram kann man unter @gib_nimm_schrank einen Eindruck von unserem Projekt bekommen - wir posten aus dem Schrank-Alltag: Schönes, Skurriles, manchmal Ärgerliches, Besonderes und blicken über den Tellerrand auf ähnliche Projekte.
>> Zu den anderen Interviews der Reihe "Freiwillig im Kreis Plön"

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