
Erfolgreiche Premiere für den „Klönschnack Ehrenamt“ in Preetz
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Rechtsextreme Parolen im Vereinsheim, abwertende Sprüche am Spielfeldrand oder fragwürdige Posts in der Vereins-WhatsApp-Gruppe: Viele Engagierte erleben, dass rechtsextreme Einstellungen nicht nur ein Randphänomen sind. Gerade Vereine als Orte der Zivilgesellschaft geraten zunehmend in den Fokus rechter Einflussstrategien.
26.01.26
Am Donnerstagabend, dem 27. November 2025, war das Haus der Diakonie in Preetz gut gefüllt. Engagierte aus Vereinen und Initiativen, aber auch Eltern und Elternvertreter*innen aus dem Kreis Plön waren gekommen, um sich über ein Thema zu informieren, das oft unterschätzt wird: Rechtsextremismus im Vereinsalltag.
Eingeladen hatten die vhs Preetz, die Kreisvolkshochschule Plön und das Freiwilligenzentrum im Kreis Plön das Regionale Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Kiel. Gefördert wurde der Workshop im Rahmen der Weiterbildungsreihe "Cool bleiben im Ehrenamt" vom Sozialministerium Schleswig-Holstein.
Von Beginn an war spürbar: Dies sollte kein alarmistischer Vortrag werden, sondern ein präziser, sachlicher Blick auf die Realität, auf Zahlen, Studien und die Strategien der rechten Szene in Schleswig-Holstein und darauf, wie Vereine und Elternvertretungen wirksam handeln können.
Rechtsextremismus: Woran erkennt man ihn?
Rechtsextremismus beschreibt ein Einstellungsmuster, dessen Kern die Vorstellung von der Ungleichwertigkeit von Menschen ist. Er zeigt sich nicht nur offen, sondern oft subtil.
Typische rechtsextreme Einstellungen
Der Vortrag des Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Kiel lieferte Zahlen, Studien, Einordnungen und einen nüchternen Blick auf die rechte Szene in Schleswig-Holstein. An diesem Abend wurde deutlich, dass Rechtsextremismus kein Randphänomen, sondern anschlussfähig ist, auch in Räumen, die lange als „unpolitisch“ galten. Die Referenten zeichneten ein präzises Bild der aktuellen Lage. Sie zeigten auf, wie sich rechtsextreme Akteurinnen in Schleswig-Holstein strategisch neu aufstellen: weniger provokant, stärker lokal verankert, oft über soziale Medien und Alltagskontakte.
Besonders eindrücklich war die Darstellung der Anschlussfähigkeit rechtsextremer Narrative. Es gehe längst nicht mehr nur um organisierte Szenen, sondern um Einstellungen, die sich über abwertende Sprache, vermeintlich „harmlose“ Witze oder pauschale Schuldzuweisungen in den Alltag einschleichen. Studien wie die der Friedrich-Ebert-Stiftung („Die distanzierte Mitte“ 2025) zeigen, dass solche abwertenden Einstellungen gegenüber Geflüchteten, Jüdinnen und Juden, queeren Menschen oder sozial benachteiligten Gruppen weit in die gesellschaftliche Mitte hineinreichen. Auch in Schleswig-Holstein.
Im Kreis Plön, so wurde mehrfach betont, spielen Vereine eine zentrale Rolle. Sie sind Treffpunkte, Sozialisationsräume, manchmal der wichtigste Ort außerhalb von Familie und Schule. Gerade deshalb sind sie für rechte Einflussversuche interessant.
Der Vortrag verzichtete auf Dramatisierung und versuchte einzuordnen: Was ist rechtsextrem? Woran lässt es sich erkennen? Und wo endet Meinungsfreiheit? Ein zentraler Punkt war die klare Unterscheidung zwischen parteipolitischer Neutralität und Wertneutralität. Vereine sind nicht verpflichtet, menschenfeindliche Aussagen zu dulden. Wer sich zu Demokratie, Menschenwürde und Gleichwertigkeit bekennt, hat das Recht (und die Verantwortung), Grenzen zu setzen.
Neben der Analyse gaben die Referenten konkrete, praxisnahe Tipps.
Was Vereine und Elternvertretungen tun können:
Besonders betont wurde: Niemand muss diese Situationen allein lösen. Und niemand muss alles wissen, um handeln zu können.
Die Regionale Beratung gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein begleitet Vereine, Elternvertretungen und Initiativen vertraulich, anonym und kostenfrei. Für den Kreis Plön ist das Regionale Beratungsteam Kiel (Kontakt: E-Mail schreiben) zuständig.
Auch Angebote wie ZEBRA e. V. für Betroffene rechter Angriffe oder KAST e. V. für Ausstiegsberatung wurden vorgestellt.
Für die Teilnehmenden blieb die Erkenntnis, dass Demokratie im Alltag verteidigt wird: Wer im Verein, in der Elternarbeit oder im Ehrenamt Verantwortung trägt, sollte das Thema nicht vertagen, sondern sich informieren, vernetzen und beraten lassen. Nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass unsere Vereine Orte bleiben, an denen alle dazugehören.
FES: Die distanzierte Mitte (2025)
https://www.fes.de/mitte-studie#c445981
Landesverfassungsschutz SH: Bericht 2024
https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/ministerien-behoerden/IV/_startseite/Artikel2025/II/250605_verfassungsschutzbericht2024
bpb: Rechtsextremismus kompakt erklärt
https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/

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