Servicestelle Ehrenamt: Digitale Ideen und Herzblut für Vereine und Initiativen im Kreis Plön

Nach Projektende zieht die Servicestelle für das Ehrenamt im Kreis Plön Bilanz: Mit neuen Ideen, digitalen Lösungen und viel persönlichem Einsatz ist es gelungen, freiwilliges Engagement im ländlichen Raum sichtbarer zu machen und zu stärken. Wie das erreicht wurde – und was bleibt – zeigt dieser Rückblick auf 2,5 erfolgreiche Jahre.

Podiumsdiskussion während der Feier zum 10-jährigen Jubiläum des Freiwilligenzentrums (Foto: Holger Förster)

Strukturen schaffen, Engagement stärken – Rückblick auf ein erfolgreiches Projekt

Eine zentrale Anlaufstelle für das Ehrenamt im Kreis Plön

In 2,5 Jahren hat sich die Servicestelle für das Ehrenamt im Freiwilligenzentrum im Kreis Plön als zentrale Anlaufstelle für freiwilliges Engagement im ländlichen Raum etabliert. Ziel des Förderprojekts war es, ehrenamtlich Engagierte, Vereine und Initiativen durch Beratung, Qualifizierung, Öffentlichkeitsarbeit und digitale Angebote nachhaltig zu stärken.

Im Zeitraum von Januar 2022 bis Juni 2025 wurden insgesamt 26 Workshops und Weiterbildungen mit über 700 Teilnehmenden durchgeführt. Die Veranstaltungen deckten ein breites Themenspektrum ab – von Vorstandsarbeit, Vereinsführung und Mitgliedergewinnung über Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising, digitale Tools und KI bis hin zu Nachhaltigkeit, Vielfalt und Demokratieförderung. Die verschiedenen Angebote fanden in Preetz, Plön, Schönkirchen, Schönberg, Schwentinental, Laboe und online statt. Die Teilnehmenden bewerteten die Formate durchweg positiv (Durchschnitt: 4,5 von 5 Sternen), was die hohe Qualität und Relevanz der Angebote unterstreicht.

Digitale Plattform für Engagement im Kreis Plön

Besonders erfolgreich war der Aufbau einer digitalen Ehrenamtsplattform unter www.freiwillig-im-kreis-ploen.de. Sie bietet weiterhin nicht nur Veranstaltungshinweise und Förderinfos, sondern auch eine Freiwilligenbörse, in der mittlerweile über 80 Angebote von 57 Organisationen gelistet sind. Ergänzt wird das Portal durch eine Interviewreihe, in der 55 Menschen aus dem Kreis über ihr Ehrenamt berichten – eine persönliche und inspirierende Form, freiwilliges Engagement sichtbar zu machen. Auf der Plattform findet sich auch das Angebot "Ehrenamt Digital". Um ehrenamtliches Engagement zu fördern, stellt der Kreis Plön Vereinen und Organisationen digitale Werkzeuge kostenfrei oder vergünstigt bereit.

Niedrigschwellige Angebote – nah an den Menschen

Neben der fachlichen Unterstützung legte die Servicestelle besonderen Wert auf niederschwellige Zugänge. Individuelle Beratungen, kreative Formate wie „Coaching im Café“ oder Aktionen wie das Tiny Rathaus auf dem Marktplatz machten Engagement greifbar und sichtbar. Eine Online-Umfrage zeigte, dass zentrale Herausforderungen wie Nachwuchsmangel, Zeitdruck und Bürokratie viele Vereine belasten – genau hier konnte die Servicestelle mit Beratung, Vermittlung und Weiterbildung gezielt unterstützen.

Sichtbarkeit durch starke Öffentlichkeitsarbeit

Auch die Öffentlichkeitsarbeit trug maßgeblich zum Erfolg bei: Ein monatlicher Newsletter mit inzwischen über 600 Abonnent*innen, aktive Social-Media-Kanäle sowie regelmäßige Pressebeiträge in regionalen Medien sorgten für Reichweite und Sichtbarkeit. Die Website erreichte allein zwischen Oktober 2024 und Juni 2025 fast 100.000 Seitenaufrufe.

Gemeinsam mehr erreichen: Vernetzung im Kreis

Durch die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern – etwa der Kreisvolkshochschule Plön, dem Kreisjugendring Plön, den Gemeinden, der Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitskoordination im Kreis Plön, den ehrenamtlichen Beauftragten für Kultur, den ehrenamtlich Beauftragten für Menschen mit Behinderung und dem Kulturknotenpunkt Ost – entstand ein starkes Netzwerk, das dauerhaft Wirkung entfaltet. Regelmäßige Austauschtreffen mit Ehrenamtskoordinator*innen und die Einbindung in kreisweite Veranstaltungen stärkten zusätzlich die Strukturen.

Ermöglicht durch Partner

Die Modellförderung basierte auf Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) im Rahmen des LEADER-Programms, wobei die AktivRegion Schwentine-Holsteinische Schweiz das Projekt federführend begleitet, ergänzt durch die AktivRegion Ostseeküste. Der Kreis Plön, die Diakonie Stiftung SH und das Diakonische Werk des Kirchenkreises Plön-Segeberg steuerten zusätzlich eigene Mittel bei.

Ausblick: Von Juli bis Dezember 2025 wird die Weiterentwicklung des Freiwilligenzentrums durch das Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein und den Kreis Plön gefördert. 

 

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Copyright Bilder: Holger Förster