"Sprechen & Zuhören": Für ein besseres Miteinander im Ehrenamt

Am 12. November 2025 trafen sich rund 36 Engagierte im Freiwilligenzentrum im Kreis Plön zum Workshop „Sprechen & Zuhören“, um zu erfahren, wie wertschätzende Kommunikation gelingt. Über einen Abend, der viele Teilnehmende überraschend berührt hat.

(Foto: Freiwilligenzentrum im Kreis Plön)
(Foto: Freiwilligenzentrum im Kreis Plön)

 

20.11.2025

Für ein besseres Miteinander im Engagement

Wie wirksam achtsames Zuhören sein kann, zeigte der Workshop „Sprechen & Zuhören“ im Haus der Diakonie in Preetz. Rund 36 Engagierte und Interessierte folgten der Einladung von vhs Preetz, Kreisvolkshochschule Plön und dem Freiwilligenzentrum im Kreis Plön. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es direkt los. Referentin Lisa Buddemeier, Diplompsychologin und Organisationsentwicklerin, die das Format auch mit verschiedenen Oberbürgermeisterkandidaten in Kiel angeboten hat, führte in das Konzept ein. 

Was steckt hinter Sprechen & Zuhören?

Das Format "Sprechen und Zuhören" stammt von Mehr Demokratie e. V. und zielt darauf ab, Vertrauen und Verbindung zu schaffen, gerade dort, wo es Meinungsverschiedenheiten oder starke Emotionen gibt. Es ist niedrigschwellig und braucht keine große Vorbereitung. Vielmehr schafft es einen Raum, in dem sich ganz „normale“ Menschen auf Augenhöhe zuhören können. Die Teilnehmenden sollen erleben, wie respektvolle Gesprächskultur Empathie fördert und damit die Zusammenarbeitverbessert.

Wichtige Regeln: Wer spricht, spricht in Ich-Form, von eigenen Erfahrungen. Wer zuhört, kommentiert nicht laut, sondern beobachtet eher seine eigenen Reaktionen. Das Ziel: Die emotionale Ebene ins Gespräch zu holen, also Empfindungen und persönliche Betroffenheiten. Nachdem dies geklärt war, ging es los in Kleingruppen à 4 Personen.

Wie geht es mir mit meinem Ehrenamt?

Die Frage des Abends lautete: "Wie geht es mir mit meinem Ehrenamt? ... und mit der Situation im Ehrenamt?" Sprechen durfte immer nur eine Person, die anderen hörten zu. Sollte die Sprecherin von der persönlichen Perspektive "Wie geht es mir mit..." abschweifen, zeigten die Zuhörer ihr dies, indem sie ihre Hände aufs Herz legten. Unterbrochen werden durfte nicht. Mehrere Runden à 3 Minuten pro Person wurden durchlaufen. Anschließend kamen alle zurück ins Plenum, um ihre Eindrücke zu teilen.

Echte Begegnung entsteht nicht durch Reden, sondern durchs Zuhören

Für viele war es eine wirklich gute Übung, um richtig zuzuhören, die Sprecherin nicht zu unterbrechen, keine eigenen Gedanken dem Gesagten hinzuzufügen, sondern das Gesagte einfach im Raum stehen zu lassen. Dies führt auch dazu, dass öfters mal geschwiegen wurde. Durch die klar definierte Zeit zum Sprechen, gab es mehr Stille und Zeit zum Nachdenken. Teilweise wurden sehr persönliche Dinge geteilt, die man in einem "normalen" Gespräch mit Fremden wahrscheinlich nie gesagt hätte. Viele Teilnehmende berichteten, wie intensiv diese Erfahrung war. „Mit jeder Runde wurden die Aussagen persönlicher und tiefergehender“, berichtet eine Teilnehmerin. 

Manche hatten von dem Abend jedoch andere Methoden & Ideen zur Konfliktlösung erwartet und fanden die vielen Wiederholungen eher zäh. Die meisten Engagierten beschrieben den Abend in der Abschlussrunde jedoch als wohltuend, überraschend und verbindend. 

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